Julian Palacz

END TELL

Paperback Buch, 740 Seiten ⋅ Format DIN A5 ⋅ 2010

Ein Keylogger (dt. „Tasten-Rekorder“) ist eine Hard- oder Software, die dazu verwendet wird, die Eingaben des Benutzers an einem Computer mitzuprotokollieren und dadurch zu überwachen oder zu rekonstruieren. Keylogger werden beispielsweise von Hackern verwendet, um an vertrauliche Daten – etwa Kennworte oder PIN – zu gelangen. Ein Keylogger kann dazu sämtliche Eingaben aufzeichnen oder gezielt auf Schlüsselwörter wie z. B. Passwörter warten und dann erst aufzeichnen, um Speicherplatz zu sparen. (Wikipedia) Palacz installierte auf seinem Privatrechner während der Zeitdauer Juni 2008 bis Februar 2010 einen sogenannten Software-Keylogger, welcher als zwischen Computertastatur und Betriebsystem geschaltetes Element fungierte und so sämtliche Tastaturbewegungen während dieses Zeitfensters ausnahmslos registrierte. Der Systemoutput des Keyloggers über diese Zeitdauer ist END TELL. END TELL ist eine empirische Erfassung der ersten Stufe der Schnittstelle Mensch-Computer, ist der “Neuroprint” der Paarbeziehung zwischen Computer und Mensch. END TELL ist Täterprofil und versteht sich als künstlerische Ausdrucksform digitaler Literatur, da es sich einer Software als Existenzgrundlage bedient. Es werden nicht nur spezifische, in diesem konkreten Fall verborgene Eigenschaften des Systems Computer reflektiert und in ästhetischer Absicht bedient, sondern der technisch prozessuale, hinter den Dingen stehende Background und dessen Kodes bzw. Sprache in den rezeptionellen Brennpunkt verschoben. Die vormalig unästhetische Kodierung des Systems wird durch die Betrachtung und den Kontext zur Kunst, indem sie so zur Literatur erhoben wird

Jost Gross

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